Oktober 2026

KI und Datenschutz – welche Risiken Schweizer KMU unterschätzen

24%

der KMU haben bereits KI integriert

5%

der KMU haben eine KI-Strategie

70%

der KMU testen noch KI-Anwendungen

KI und Datenschutz – welche Risiken Schweizer KMU unterschätzen

Dieser Inhalt ist aus unserem Make IT Podcast entnommen.

‍

Gast‍

Florian Müller ist Partner, Rechtsanwalt und Notar bei LEXcellence Legal Services in Baar. Als Informatiker und Experte für IT-Recht, Datenschutz und KI verbindet er technisches Know-how mit juristischer Erfahrung und berät Unternehmen bei rechtlichen Fragen rund um die Digitalisierung.

Host

‍Stefano Recca

‍

KI ist längst im Arbeitsalltag angekommen – oft schneller, als Unternehmen klare Regeln dafür schaffen konnten. Mitarbeitende formulieren Texte, fassen Dokumente zusammen oder recherchieren mit Chatbots. Das spart Zeit und eröffnet neue Möglichkeiten. Gleichzeitig können vertrauliche Daten in ungeeigneten Tools landen.

Die gute Nachricht: Auch kleine Betriebe können KI sicher nutzen.

Entscheidend sind nicht komplizierte Regelwerke, sondern ein klarer Zweck, passende Werkzeuge und verständliche Leitplanken.

‍

Der Nutzen beginnt bei einer konkreten Aufgabe

KI ist kein Selbstzweck. Der grösste Nutzen entsteht dort, wo ein Betrieb zuerst ein echtes Problem benennt:

  • Welche Aufgabe kostet heute unnötig Zeit?
  • Wo entstehen wiederkehrende Fehler?
  • Welche Informationen müssen schneller verfügbar sein?

‍

Für KMU und kleinere Betriebe bieten sich besonders überschaubare Anwendungen an:

  • erste Entwürfe für E-Mails, Angebote oder interne Texte erstellen,
  • lange Dokumente zusammenfassen und wichtige Punkte herausfiltern,
  • Recherchen vorbereiten und Fragen für Fachpersonen strukturieren,
  • Präsentationen und Sitzungen effizienter vorbereiten,
  • wiederkehrende administrative Aufgaben vereinfachen.

‍

So gewinnt das Team Zeit für Kunden, Qualität und das Kerngeschäft.

Wichtig bleibt: KI liefert eine Vorarbeit. Erfahrung, Fachwissen und die abschliessende Kontrolle bleiben beim Menschen.

Nicht mit dem Tool starten, sondern mit der Frage: Was wollen wir im Betrieb konkret verbessern?

‍

Wo für KMU die grössten Risiken liegen

Private Konten und Schatten-IT

Wenn Mitarbeitende geschäftliche Inhalte über private KI-Konten bearbeiten, verliert das Unternehmen die Kontrolle über Einstellungen, Zugriffe und gespeicherte Daten. Besonders heikel wird es bei Kundeninformationen, Personaldaten, Verträgen oder internen Zahlen. Eine zentral verwaltete Unternehmenslösung ist deshalb meist die sicherere Wahl.

«Anonym» ist nicht immer anonym

Ein Name lässt sich schnell entfernen. Trotzdem können Branche, Funktion, Ort oder ein bekannter Vorfall genügen, um eine Person oder Firma wiederzuerkennen. Sensible Inhalte sollten daher nur in einer dafür geprüften und freigegebenen Umgebung verarbeitet werden.

Unklare Bedingungen beim Anbieter

Vor dem Einsatz sollte klar sein: Wo werden die Daten gespeichert? Werden Eingaben für Trainingszwecke verwendet? Wie lange bleiben Inhalte gespeichert? Welche Rechte hat das Unternehmen an den Ergebnissen? Und dürfen diese kommerziell genutzt werden? Der Anbieter ist wie jeder andere wichtige Dienstleister zu prüfen.

Fehlende Regeln im Alltag

Ein Verbot allein hilft wenig. Ohne verständliche Anleitung nutzen Mitarbeitende KI oft trotzdem – einfach auf eigene Faust. Besser sind wenige, klare Regeln, geeignete Werkzeuge und kurze Schulungen mit Beispielen aus dem eigenen Betrieb.

‍

In 5 Schritten zu einer sicheren KI-Nutzung

  1. Einen sinnvollen Anwendungsfall wählen. Starten Sie mit einer häufigen, klar begrenzten Aufgabe und einem sichtbaren Nutzen.
  2. Daten einstufen. Legen Sie fest, welche Informationen öffentlich, intern, vertraulich oder besonders sensibel sind.
  3. Tool und Anbieter prüfen. Klären Sie Verträge, Speicherort, Trainingseinstellungen, Löschfristen, Zugriffe und Nutzungsrechte.
  4. Unternehmenszugänge einrichten. Nutzen Sie zentral verwaltete Konten statt privater Einzellösungen.
  5. Team befähigen und klein starten. Schulen Sie Mitarbeitende mit echten Beispielen, testen Sie den Einsatz und verbessern Sie die Regeln laufend.

Gerade kleine Betriebe brauchen dafür keine grosse Rechts- oder IT-Abteilung.

Sie brauchen einen verantwortlichen Entscheid, eine kurze KI-Weisung und bei Bedarf externe Fachpersonen, die Technik, Datenschutz und Geschäftsprozesse gemeinsam betrachten.

‍

Früh klären ist günstiger als später korrigieren

Die wichtigste Botschaft aus dem Gespräch mit Florian Müller: Rechtliche und technische Fragen gehören früh in die Ideenphase. Dann lassen sich gute Lösungen gestalten, statt kurz vor der Einführung auf die Bremse zu treten. KI und Datenschutz sind kein Widerspruch. Mit passenden Werkzeugen, klaren Zuständigkeiten und einem geschulten Team wird KI zu einem sicheren Produktivitätsgewinn.

‍

Ihr nächster Schritt

Sie möchten KI in Ihrem KMU nutzen, ohne Datenschutz, Sicherheit und Alltagstauglichkeit aus den Augen zu verlieren? Wir unterstützen Sie dabei, geeignete Anwendungsfälle zu finden, Risiken verständlich einzuordnen und KI Schritt für Schritt sicher in Ihrem Betrieb zu verankern.

‍

Mehr zum Thema

Make IT Podcast, Folge #91: «KI und Datenschutz – welche Risiken Schweizer KMU unterschätzen» mit Florian Müller.

Alle Make IT Podcasts

‍

Kontaktieren Sie uns für eine persönliche Beratung. Gemeinsam entwickeln wir einen pragmatischen Weg, der zu Ihrem Unternehmen, Ihren Daten und Ihrem Team passt.
Stefano Recca – stefano@recca.consulting
Recca Consuting

Summary

Consulsions
‍

2025 ist deine Chance, KI richtig einzusetzen. Gehe Schritt für Schritt vor, baue Wissen auf und entwickle ein Mindset, das dich und dein Team fit für die Zukunft macht.Frage dich selbst: Bist du bereit, KI für dein Unternehmen gewinnbringend einzusetzen? Wenn ja, dann starte heute – denn die Zukunft wartet nicht.

Digitale Transformation – gemeinsam zum nächsten Level

Sie wollen Ihr Geschäftsmodell weiterentwickeln, digitale Angebote ausbauen oder Ihre Marktposition stärken? Mit Strategie, Erfahrung und Weitblick begleiten wir Sie als Sparringspartner durch den Wandel – damit Vision, Kultur und Erfolg im Einklang bleiben.
Lassen Sie uns den ersten Schritt gemeinsam planen.